Sonntag, 4. Juli 2010

Trading und Fußball

DIESER ARTIKEL IST NICHT FÜR ECHTE FUSSBALL-FANS GEEIGNET, DENN DIESE SIND FÜR EINE NEUTRALE BETRACHTUNG DES SACHVERHALTS FUSSBALL VÖLLIG UNGEEIGNET - LEST GAR NICHT ERST WEITER!

Ich schreibe gerne gelegentlich etwas provozierendes und polarisierendes - dies ist mal wieder eine einmalige Gelegenheit:
Was hat Trading mit Fußball gemein. Nicht viel, aber man kann sich selbst prüfen. Ich bin nicht in Deutschland geboren (meine Heimatland wird auch sicher nicht in diese WM-Sphären kommen) und bin seit 16 Jahren mit einer spanischen Frau verheiratet. Die beste der Welt übrigens. Ich lebe abwechselnd in Deutschland, der Schweiz und London. Mein Herz schlägt also für viele Nationen.

Nach dem gestrigen Deutschland-Spiel muss ich allerdings feststellen, dass diese Manschaft überragend ist, sie ist die beste des Turniers und hat es verdient Weltmeister zu werden. Von England, Brasilien, Portugal und Spanien bin ich sehr enttäuscht -  das war geradezu unwürdig, was man in deren Spielen geboten bekam, viele meiner internationalen Freunde solidarisieren sich dieser Tage mittlerweile mit Deutschland.

Mit Trading hat das Ganze Folgendes gemein: 
Fußball ist ein Mannschaftssport und die Mannschaft spielt genau dann besonders gut, wenn die Spieler sich gegenseitig "fühlen" und wissen wie das Gesamtkonzept funktioniert - einige Spitzenspieler zu haben reicht nicht aus. Ähnlich ist es an der Börse: Gute Indikatoren, Systeme oder sonst etwas besonderes zu haben reicht nicht aus: Man muss ein  Gefühl für den Markt entwickeln und eine hervorragende Intuition besitzen - das unterscheidet den erfolgreichen vom weniger erfolgreichen. 

Mit den Fähigkeiten eines Traders hat es Folgendes gemein:
Wer ist der Favorit? Auf wen lohnt es sich zu setzen, wenn Ihr den Ausgang der WM als Trade sehen müsset. Solltet Ihr in dieser Situation nicht auf Deutschland wetten, schliesst Euer Konto und sucht Euch einen anderen Job - werdet bloß nicht Trader; denn Ihr habt keine Ahnung von Wahrscheinlichkeiten und unvoreingenommenen Einschätzungen einer Situation. Ihr seid nicht in der Lage neutral zu beobachten und zu bewerten, sondern wollt einfach nur Recht haben - einfach schlechte Trader.

P.S.: Das sagt natürlich nichts darüber aus wer Weltmeister wird, denn jedes Spiel ist im Grunde einfach nur ein Trade und der Ausgang ist - wie fast immer - ungewiss! Wichtig ist nur häufiger richtig zu liegen als falsch - und das könnt Ihr am Besten prüfen, indem Ihr Eure letzten Einschätzungen seit Start der WM noch mal überprüft.

Freitag, 2. Juli 2010

Futures 02.07.2010

Man muss derzeit nicht viel machen ausser Short gehen. Die Märkte fallen und wer den S&P beobachtet hat, hat sicher festgstellt, dass dieser seit Tagen eine klare Richtung anzeigt. Das der NASDAQ folgt ist sehr schön (und auch nicht gerade unwahrscheinlich). Daran können auch die wichtigen NFP-Zahlen nicht viel ändern. Danke an alle, die gegen diesen startken Trend gekauft haben ...
Die letzten beiden NQ-Kontrakte habe ich zum Wochenende nun auch veräussert, sowie drei von vier ES Kontrakten, die ich gestern verkauft habe. Natürlich zähle ich hier aber nur den FDAX-Kontrakt, der brachte heute einen Tagesgewinn von 1307 Euro. Nette Woche.
Wie gestern angekündigt, werde ich nächste Woche noch genauer erklären, warum ich hier zusätzlich den NQ und ES gehandelt habe - diese Trades sind Bestandteil einer neuen Lektion. Die Idee ist geboren durch einen Post von Philipp auf Daytrading.de, der ein wirklich gutes Setup für den NASDAQ vorstellte.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Futures 01.07.2010

OK, ein wenig geschummelt. Ich habe gestern noch einen Kontrakt im FDAX geshortet und über Nacht gehalten. Der Gewinn daraus zählt also nicht zum regulären 3500-Euro-Konto-Projekt, denn die Marginanforderungen wären zu groß. Der Kontrakt hat 1270 Euro gebracht. Ausserdem habe ich gestern auf Daytrading.de noch einen Nasdaq-Short angekündigt (siehe hier), welchen ich auch bereits zum Teil aufgelöst habe (1920 Dollar) - zählt natürlich auch nicht. Diesen Trade habe ich aus einem ganz bestimmten Grund getätigt, auf den ich später in der Kategorie "Tips und Tricks" noch eingehen werde.

Für heute zählt also nur Trade Nr. 6 (1, 2, 3 sind von gestern): Der reguläre Tagesgewinn ergibt sich dann aus einem heutigen Trade zu 495 Euro.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Bist Du ehrlich und aufrichtig?

Sei ehrlich zu Dir selbst und stehe zu Deinem Trading. Klingt banal, ist es aber nicht.

Prüfe Dich selbst:

  1. Wissen Deine Freunde und Deine Familie was Du bereits verloren hast?
  2. Willst Du traden um des Tradens Willen (oder eigentlich doch einfach nur schnell reich werden)?
  3. Bist Du fleißig genug (oder nur ein bisschen zu faul für andere Jobs)?
  4. Bist Du eventuell schon einer gewissen Spielsucht beim Traden verfallen?
  5. Hat sich Dein Sozialverhalten verändert?
  6. Wirst Du aggressiv anderen gegenüber wenn Du verlierst?
  7. Kannst Du überhaupt verlieren?
  8. Handelst Du wirklich nur mit Risikokapital (oder brauchst Du jeden Penny zum täglichen Überleben)?

Wenn Du 1., 2. und 3., nicht klar mit "JA" beantworten kannst, gehe direkt ins Gefängnis; gehe nicht über "LOS" und ziehe auch keine 4000 Dollar ein (wer die Bedeutung nicht kennt: siehe Monopoly). Du bist noch lange nicht soweit und willst Dich Deiner Verantwortung entziehen. Das funktioniert so nicht. Trader verlieren und das soll jeder wissen.

Wenn Du 4., 5., 6. und 7. alle mit "JA" beantwortest, musst Du aufpassen, dass Du Dich nicht verläufst. Overtrading, Vereinsamung und Fanatismus sind nur enige von vielen möglichen negativen Folgen und Du solltest zur Entspannung klare Regeln aufstellen und Abwechslungen/ Hobbies suchen, so dass Du genug Ausgleich zum Trading aufbaust. Wenn Du die Fragen alle mit "NEIN" beantwortest, überlege einfach nur, ob Du Trading ernst genug nimmst; denn dieses Fragen werden Dich den Rest Deines Tradinglebens begleiten und Du wirst in verschiedenen Phasen mal mehr mit "JA" und mal mehr mit "NEIN" antworten - das ist leider normal.

Wenn Du 8. mit "JA" beantwortest ist alles gut; bei "NEIN" ist das Risiko sehr groß, dass Du bei einem Totalverlust vorzeitig aufgibst und die Schuld vielleicht noch woanders als bei Dir selbst suchst. Nimm nur Geld, dass Du entbehren kannst, das schmerzt natürlich trotzdem, aber es vernichtet nicht Deine Objektivität.

Futures 30.06.2010

Nur die Eröffung. Tagesgewinn 402 Euro. Das soll reichen, ist so schönes Wetter heute.


Dienstag, 29. Juni 2010

Indikatoren I

Es gibt unendlich viele und schöne Indikatoren - und was bringen diese? 


Kein Indikator kann sicher die Zukunft vorhersagen, man sollte ihnen daher auch nur sehr eingeschränkt  vertrauen. Wozu sind sie aber nun gut? 


Ich denke, die ersten drei Einträge bei Wikipedia treffen es ganz gut: 

  • umgangssprachlich einen Hinweis auf eine bestimmte Sachlage oder für ein Ereignis
  • ein Hilfsmittel, um eine chemische Reaktion oder einen Zustand zu überwachen,
  • eine Substanz, die durch eine sichtbare oder messbare Veränderung einen Vorgang oder Zustand anzeigt.

Da stehen Worte/ Satzstücke wie "Hinweis auf Sachlage", "überwachen", "Vorgang oder Zustand anzeigen". Und genau das machen Indikatoren: Indikatoren zeigen einen Zustand an und können einem helfen das Trading zu überwachen und einen Hinweis auf die Sachlage zu geben. Das ist nicht zu verwechseln mit Indikatoren geben Kauf- und Verkaufssignale. Die Signale entstehen nur indirekt aus den Wahrscheinlichkeiten die gewisse Kombinationen von Indikatoren im Backtest ergeben, d.h. das Anzeigen der potentiellen Gewinn- und Verlust-Trades in der Vergangenheit. Es ist unbestritten, dass es keine Indikator-Kombination auf der Welt gibt, die zu sicherem Reichtum führt - wer also ausschliesslich nach Indikatoren tradet ist Börsen-Futter und wird schnell Schiffbruch erleiden.


Nun aber das wichtigste zu Indikatoren: 
Wer einen Indikator benutzt, von dem er nicht weiss, wie er berechnet wird, handelt absolut fahrlässig und dumm. Viele Indikatoren erzeugen auf Grundlage Ihrer Berechnung live andere Werte als in der Historie, so sieht der unbedarfte Trader Signale in der Vergangenheit, die einen Idealfall darstellen, der so nicht real auftreten wird. Abhilfe schaft nur ein echter Backtest in Kombination mit Papertrading. 


Dies gilt übrigens für alle Tradingansätze:  Wer dort draussen real tradet ohne einen Backtest durchgeführt zu haben oder seine Methode nicht mit Papertrading nachhaltig getestet hat und dabei reproduzierbare Ergebnisse erzielte, sollte das Geld vom Konto nehmen und einen schönen Urlaub machen, denn erfolgreich wird man so nie!  


Futures 29.06.2010

Ein Trade. Ich dachte ich bekomme noch einen zweiten Einstieg, aber das lohnt jetzt vor den Zahlen nicht mehr. Sonne ich komme. Tagesgewinn:1020 Euro.

Montag, 28. Juni 2010

Jeder kann Traden lernen - ein Märchen!

An dieser Stelle muss ich immer herzlich lachen. "Jeder kann Traden lernen" -  eine der besten Marketingmaschen der Industrie. Ich denke den meisten ist klar, dass dem nicht so ist, denn um Traden zu lernen braucht man viel Zeit. Ein Hundertjähriger scheidet also schon mal aus, womit der Beweis dieser Floskel durch Gegenbeispiel schon mal erbracht wäre. Sprechen wir also ab sofort nur noch von "fast jeder".

Bevor ich weiter schreibe, möchte ich betonen, dass ich "Traden lernen" gleichsetze mit "erfolgreich Traden lernen". Unbestritten mag sein: "Erfolglos Traden lernen kann jeder".

"Fast jeder" ist aber noch sehr viel. Wer kann denn überhaupt Traden lernen? Ich behaupte persönlich: Einige wenige! Das lässt sich auch einfach belegen:
Wie wir wissen verlieren die meisten Teilnehmer am Markt; die Statistiken behaupten nahezu 90%. Diese 90% sind alles potentielle Schüler, die Traden lernen wollten und jämmerlich versagten. Wir haben es also mit einer Disziplin zu tun, die angeblich "fast jeder" lernen kann aber eine Durchschnittsquote beim erfolgreichen Abschluss von nur 10% hervorbringt? Das macht nachdenklich.
Weiter: Nehmen wir nun diese 10% und überlegen uns, ob es sich hierbei um Teilnehmer handelt, die ausschliesslich auf der Grundlage ihres erlernten Wissens zu guten Tradern geworden sind. Wohl kaum! Die Vorteile, die diese 10% anderen gegenüber haben sind keine, die man ausschliesslich durch "Lernen" erlangen kann. Rein statistisch ist selbst die Aussage "fast jeder" somit ad absurdum geführt; denn wenn es wirklich fast jedem möglich wäre, müssten definitiv mehr erfolgreiche Trader hervorgehen.  Wir können nun ohne schlechtes Gewissen aus "fast jeder" nur "einige wenige" machen.

In der Literatur nutzt man diesen Satz häufig aus, um Anfängern das Gefühl zu geben, sie können es lernen, ganz gleich welche Charakterausprägung sie haben. Aber auch schon hier lauern etliche Fallen und ich glaube persönlich, selbst aus diesem Blickwinkel heraus, kann es nicht jeder lernen. Wenn ich den Fernseher einschalte und mir so manche Sendung am Nachmittag über Deutschland anschaue, so bin ich mir auch ohne Beweis sicher, dass nicht jeder Trader werden kann.

Futures 28.06.2010

The Trend is your Friend! Kurzfristig mal 500 Euro hinten, aber der Trend hat es gerichtet. Tagesergebnis 550 Euro. Nun ab in die Sonnne ...

Freitag, 25. Juni 2010

Futures 25.06.2010 - live

Heute habe ich spät angefangen, da ich mir etwas besonderes ausgedacht habe. Ich habe meine persönlichen FDAX-Signale live über Twitter gepostet und sie im Anschluss gehandelt. Natürlich habe ich keines exakt auf den Punkt getradet (immer leicht verzögert) und habe insbesondere den letzten Trade früher geschlossen (Fussball !!!), aber es war alles live zu verfolgen.

Ich werde die Signale jetzt regelmäßig auf Twitter posten, warne aber davor, diese blind nachzutraden: DAS IST NICHT SINNVOLL! Noch nicht. Die Signale geben lediglich vor, wann man nicht mehr die Gegenrichtung traden sollte und wann man spätestens aussteigen sollte. Die Haltedauer für einen Kontrakt liegt zwischen 5 Minuten und 3 Stunden.

Tagesgewinn  diesmal nur 205 Euro.


und hier die Twitter-Posts: